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Was ist Osteopathie?

Methode

Die Osteopathie hat eine ganzheitliche Sichtweise und lehnt sich dabei der schulmedizinischen Diagnostik an, benutzt aber ein anderes philosophisches Konzept. Die Schulmedizin sucht nach der Krankheit wo hingegen die Osteopathie versucht Gesundheit zu finden ,um den Menschen in seiner Selbstregulation zu unterstützen.

 

Ist eine Struktur in Ihrer Funktion eingeschränkt, so ist auch deren Bewegungsausmaß eingeschränkt. Diese Blockaden entstehen nicht nur an Gelenken und der Muskulatur , sondern diese Blockaden können auch z.B. die Darmperistaltik oder die Atmung betreffen. Der Osteopath erkennt solche Blockaden. Dabei ertastet er mit seinen Händen die unterschiedlichsten Formen von Bewegung und kann Sie wenn nötig wieder herstellen. Mit seinem geschulten Tastsinn und bestimmter Testverfahren kann er zwischen den einzelnen Störungsformen unterscheiden. 

 

Mit Hilfe unterschiedlicher manueller Techniken kann man z.B. Einfluss auf den Lymphfluss, die Durchblutung oder den Spannungszustand der Muskulatur nehmen. Die Osteopathie behandelt keine Symptome, sondern sie versucht die Selbstregulation des Körpers wieder herzustellen, um gesunden zu können; deshalb gibt es viele Anwendungsmöglichkeiten:

 

Parietales System

Bandscheibenprobleme, Tennisarm, Knie-und Schulterschmerzen,Verstauchungen, Kopfschmerzen, Schleudertrauma, Folgen von Unfällen

 

Viscerales System

Sodbrennen, Verdauungsprobleme, Atemstörungen, Männer-und Frauenleiden,Blasenstörungen, Übelkeit

 

Cranio-sakrales System

Kopfschmerzen, Kiefergelenksstörungen, Nasennebenhöhlen, Schwindel

Behandlungsablauf

Anmeldung

Terminvereinbarungen erfolgen nach telefonischer Anmeldung oder persönlich in der Praxis. Um den Ablauf einer Behandlung nicht unterbrechen zu müssen, gehe ich während der Behandlung selten ans Telefon. Bitte sprechen Sie auf den Anrufbeantworter Ihre Nachricht, ich werde Sie sobald wie möglich zurückrufen.

 

Behandlung

In der Regel beginnt eine Sitzung mit einer Anamnese, bei der es nicht nur um die aktuelle Situation geht, sondern auch um zurückliegende Ünfälle, Operationen oder Krankheiten, die Sie vielleicht nicht mit Ihrer derzeitigen Situation in Verbindung bringen.

 

Bei jedem Termin erfolgt eine ausführliche osteopathische Untersuchung, um Ihren persönlichen Behandlungsweg zu finden. Manchmal benötigt man nur eine Behandlung, um Erfolg zu haben. Aber es gibt auch chronische Zustände, die schon sehr lange bestehen und deutlich mehr Aufmerksamkeit benötigen. Dann ist es sinnvoll die Behandlungsabstände größer zu gestalten, um die Informationen der Behandlung integrieren zu können (4-5 Wochen). Akute Probleme kann man in kürzeren Abständen unterstützen. Nach 3-4 Behandlungen sollten Sie eine spürbare Veränderung wahrnehmen können. Eine Behandlung dauert in der Regel 50-60 Minuten. Es ist von Vorteil hinterher eine Ruhephase zu haben und ausreichend Wasser zu trinken.

Kosten

Die Osteopathie können Sie über eine Zusatzversicherung, der Beihilfe oder einer privaten Krankenversicherung abrechnen, wenn dies die Erstattung von Heilpraktikerleistungen beinhaltet. In diesem Fall wird für Sie eine Rechnung nach der Gebührenordnung für Heilpraktiker erstellt.

 

Mittlerweile gibt es ein paar Krankenkassen, die unter bestimmten Voraussetzungen Teilbeträge übernehmen. Am besten informieren Sie sich bei Ihrer Krankenkasse, ob sie Leistungen übernimmt.

 

Die Leistungen nach Gebührenordnung werden Ihnen mit 80-85 EUR je Behandlung berechnet. Sollten Sie Privatzahler sein, liegt der Satz bei 70 EUR je Behandlung.

Geschichte

Der amerikanische Arzt Andrew Taylor Still (1828 – 1917) begründete vor über 130 Jahren die Osteopathie. Er reagierte damit auf den Mangel an Kenntnissen der damaligen Schulmedizin. Machtlos hatte er als Arzt mit ansehen müssen, wie seine erste Frau und vier seiner Kinder an Krankheiten starben. Deshalb suchte Still nach einem neuen Verständnis von dem, was Medizin sein sollte. 

 

Seine Erkenntnisse bilden bis heute das Fundament der osteopathischen Medizin: 

  •  die grundlegende Bedeutung von Bewegung für alle Strukturen im Körper
  •  die gegenseitige Abhängigkeit von Struktur und Funktion
  •  die Betrachtung des Organismus als untrennbare Einheit
  •  dessen Fähigkeit zur Selbstheilung

1874 verkündet Still seine neue Medizin und gibt ihr den Namen Osteopathie. 

Der zusammengesetzte Begriff leitet sich aus den altgriechischen Wörtern Osteo für Knochen und Pathie für Leiden her. Mit den Knochen hatte Still seine Studien begonnen, um die Leiden seiner Patienten lindern zu können.

 

 

Die berufspolitische Entwicklung

 

Still hat bald mehr Patienten als er behandeln kann. So beschließt er Osteopathie zu unterrichten und gründet 1892 in Kirksville, Missouri, USA, die American School of Osteopathy (heute das Kirksville College of Osteopathic Medicine). Seine Osteopathie findet großen Zuspruch. In der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts wird sie in immer mehr Bundesstaaten rechtlich anerkannt. Neue Colleges entstehen und bilden zunehmend mehr Studenten zu Osteopathen aus. Gleichzeitig gibt es massive Bestrebungen der Ärzteverbände die Osteopathie einzuschränken. Erst in den 1960er Jahren wird dieser Streit beigelegt. Seitdem gilt die Osteopathie in den USA als allgemein anerkannt. 

 

Heute praktizieren etwa 54.000 Osteopathen in den USA ihren eigenständigen Beruf. Sie führen den Titel D.O., Doctor of Osteopathy, und sind Ärzten (Medical Doctors, MD) gleichgestellt. Daher verschreiben Osteopathen in den USA Medikamente, spritzen und führen Operationen durch. Die manuelle Diagnose und Behandlung des Patienten steht bei ihnen meist nicht im Vordergrund. 

 

In Europa nimmt die Osteopathie eine andere Entwicklung. Ein Schüler von Still, der Engländer John Martin Littlejohn, bringt die Osteopathie nach Europa. In London gründet er 1917 die bis heute existierende British School of Osteopathy. Nach England erreicht die Osteopathie in den 1950er Jahren auch den Kontinent. In Europa sind es vor allem die Therapeuten, die in der Osteopathie einen neue wirksame Form der manuellen Therapie sehen. So entwickelt sich hier die Osteopathie als rein manuelle Form der Medizin weiter - ganz so, wie sie von A. T. Still, einmal begründet worden war.

 

Seit 1993 ist der Beruf des Osteopathen in England rechtlich anerkannt. In Belgien und Frankreich zählt die Osteopathie zu den allgemein anerkannten Formen der Medizin. Praktiziert wird die Osteopathie in nahezu allen europäischen Ländern. 

 

Die Weiterentwicklung als Medizin

Hatte sich Still vor allem mit dem Bewegungsapparat, also mit Knochen, Gelenken, Muskeln und Sehnen beschäftigt (parietaler Bereich), entwickeln andere Osteopathen das Konzept der Osteopathie fort. 

 

Ein Schüler von Still, William Garner Sutherland (1873 – 1954), stellt 1939 das Phänomen der primären Respirationsbewegung vor. Dabei handelt es sich um eine sehr feine, eigenständig pulsierende Bewegung. Sie kann am Schädel, am Steißbein aber auch anderen Strukturen des Körpers erspürt werden und steht nicht im Zusammenhang mit Herzschlag oder Atmung. Die primäre Respirationsbewegung bildet fortan für Osteopathen ein wichtiges Instrument zur Diagnose und Therapie. Sutherland erweitert damit die Osteopathie um den so genannten kraniosakralen Bereich. 

 

Eine zusätzliche Ergänzung erfährt die Osteopathie in den 1980er Jahren. Die französischen Osteopathen Jean-Pierre Barral und Jacques Weischenck beschäftigen sich ausführlich mit den inneren Organen und wie diese osteopathisch untersucht und behandelt werden können. Sie greifen dabei u.a. auf die Techniken und Erkenntnisse des schwedischen Gymnasten Thure Brandt (1819 - 1895) und seines Schülers Henri Stapfer auf und erweitern die Osteopathie um den so genannten viszeralen Bereich. 

 

Auch heutzutage wird in der Osteopathie viel geforscht. Deshalb wird sich die Osteopathie auch künftig zum Wohle des Patienten weiterentwickeln.